Heinrich Albertz

Quelle: Landesarchiv Berlin/Horst Siegmann

1915 in Breslau geboren, studierte Albertz nach dem Abitur 1933 Theologie in Breslau, Halle und Berlin und absolvierte auch ein Studiensemester an der von der Bekennenden Kirche gegründeten Kirchlichen Hochschule in Wuppertal. Später reiste er als Kurier der Bekennenden Kirche nach Dänemark und in die Niederlande und war ab 1939 als Pfarrer in Breslau und im Kreis Kreutzburg/O.S tätig. Mehrfach von den Nationalsozialisten festgenommen, konnte er sich einer weiteren Verfolgung entziehen, indem er sich zur Wehrmacht meldete. 1943 erhielt er wegen eines Fürbitte-Gottesdienstes für den inhaftierten Pastor der Bekennenden Kirche Martin Niemöller eine längere Haftstrafe. 1946 trat Albertz der SPD bei. Er gehörte ab 1946 dem niedersächsischen Landtag an und wurde 1948 in die niedersächsische Landesregierung berufen, wo er zunächst für Flüchtlingsfragen zuständig war und 1951 das Sozialressort übernahm.1955 wechselte Albertz als Senatsdirektor in die Senatsverwaltung für Volksbildung nach Berlin, wurde 1959 unter Willy Brandt Chef der Senatskanzlei und 1961 Innensenator des Landes Berlin. 1966 wurde er vom Berliner Abgeordnetenhaus zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt, trat jedoch trotz seiner Wiederwahl 1967 nach wenigen Monaten von seinem Amt zurück, nachdem bei Protesten gegen den Besuch des Schahs von Persien der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen worden war. Albertz wirkte anschließend bis zu seiner Pensionierung 1979 als Pfarrer in Berlin und wurde einer der bekanntesten Vertreter der Friedensbewegung. Er starb 1993 in Bremen.