Franz Amrehn

Quelle: Landesarchiv Berlin/Horst Siegmann

1912 in Berlin geboren, absolvierte Amrehn eine Banklehre und war bis 1939 als Bankkaufmann tätig. 1940 als Soldat zur Wehrmacht einberufen, kehrte er 1945 schwer verwundet aus dem Krieg zurück. Nach Kriegsende arbeitete er als Geschäftsführer in einem Berliner Unternehmen und studierte ab 1946 nebenberuflich Rechtswissenschaft in Berlin. 1952 wurde er als Rechtsanwalt, 1964 als Notar zugelassen. Politisch engagierte sich Amrehn, der bereits in seiner Jugend Mitglied katholischer Jugendverbände war, in der CDU. Zwischen 1946 und 1948 war er Bezirksverordneter der CDU in Berlin-Steglitz und von 1950 bis 1969 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, das ihn 1952 zu seinem Vizepräsidenten wählte. In der großen Koalition unter dem Regierenden Bürgermeister Otto Suhr (SPD) gehörte Amrehn ab 1954 dem Senat als Bürgermeister an und übernahm nach dem Tode Suhrs 1957 kurzzeitig dessen Amtsgeschäfte als Regierender Bürgermeister von Berlin. Zudem gehörte er von 1961 bis 1973 dem Bundesvorstand der CDU an und war zwischen 1961 und 1969 Landesvorsitzender der Berliner CDU. Bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus 1963 erneut als Spitzenkandidat der CDU aufgestellt, übernahm Amrehn nach der Wahlniederlage als Vorsitzender der CDU-Fraktion die Rolle des Oppositionsführers. 1969 wechselte er als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag, dem er bis zu seinem Tode 1981 angehörte.