Prof. Wolf Graf von Baudissin

1907 in Trier geboren, trat Baudissin nach zwei Semestern Jurastudium als Fahnenjunker in das Potsdamer Infanterieregiment Nr. 9 ein. 1927 schied er aus der Reichswehr aus, um eine landwirtschaftliche Ausbildung zu absolvieren. 1930 kehrte er in den aktiven Militärdienst zurück. Den Kriegsausbruch erlebte er als Oberleutnant und Regimentsadjutant. 1938 wurde er zur Generalstabsausbildung an die Kriegsakademie nach Berlin versetzt und 1941 auf Wunsch von Feldmarschall Rommel als Major in den Generalstab des Afrikakorps versetzt. Baudissin geriet in Afrika in Kriegsgefangenschaft und wurde 1947 entlassen. Danach verdiente er seinen Lebensunterhalt zunächst als Kunsttöpfer. Ab 1951 arbeitete er in der Dienststelle Blank, dem späteren Verteidigungsministerium. 1956 als Oberst in die Bundeswehr übernommen, verband er als Leiter des Referates „Innere Führung“ seinen Namen mit der Neukonzeption des „Staatsbürgers in Uniform“. Nach kurzem Kommando einer Brigade wurde Baudissin 1961 stellvertretender Chef des Generalstabes Europa-Mitte der NATO, danach Leiter des NATO Defence College in Paris. und 1965 Stellvertretender Chef des Stabes für Planung und Operationen beim NATO-Oberkommando Europa. Nach seiner Pensionierung 1967 war er Professor und von 1971 bis 1984 Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. Baudissin starb 1993 in Hamburg.