Peter Buchholz

Quelle: Stadtarchiv Königswinter

1888 in Eisbach im rheinischen Siebengebirge geboren, studierte Buchholz ab 1907 in Bonn und am Priesterseminar in Köln Theologie. 1911 wurde er zum Priester geweiht, übernahm eine Pfarrei in Essen und leistete im Ersten Weltkrieg Dienst als Divisionspfarrer. Seit 1926 war er Gefängnispfarrer, zunächst in Essen, ab 1941 in Düsseldorf. Während dieser Tätigkeit betreute er zunehmend von der NS-Justiz zum Tode Verurteilte. 1943 wurde er als Gefängnispfarrer in das Strafgefängnis Berlin-Plötzensee versetzt, wo sich eine der zentralen nationalsozialistischen Hinrichtungsstätten befand. Buchholz betreute dort vor allem deutsche und ausländische Widerstandskämpfer, ab August 1944 vorwiegend Menschen, die wegen ihrer Beteiligung am Umsturzversuch vom 20. Juli in Plötzensee inhaftiert und ermordet wurden. 1945/46 gehörte er als Beirat für kirchliche Angelegenheiten dem Magistrat von Groß-Berlin an. 1946 kehrte er in seine Heimatdiözese zurück und nahm seine alte Stelle als Gefängnispfarrer in Düsseldorf wieder ein. Er hatte maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung der Straffälligenhilfe in der Bundesrepublik und setzte sich engagiert für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ein. Buchholz starb 1963 in Eisbach.