Dr. Otto Lenz

Quelle: GDW

1903 in Wetzlar geboren, studierte Lenz Rechtswissenschaft und promovierte zum Dr. jur. Er gehörte in der Weimarer Republik der Zentrumspartei an und wurde im Anschluss an seine Tätigkeit als Amts- und Landrichter 1932 Pressereferent des preußischen Justizministers. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er von dieser Aufgabe entbunden, schied 1938 ganz aus dem Reichsjustizministerium aus und ließ sich als Rechtsanwalt nieder. Lenz war den Verschwörern des 20. Juli 1944 um Ludwig Beck und Carl Goerdeler verbunden und war von ihnen nach einem geglückten Umsturzversuch als Staatssekretär im Reichskanzleramt oder als Verkehrsminister vorgesehen. Nach dem Scheitern des Attentats auf Hitler wurde Lenz von der Gestapo verhaftet und am 19. Januar 1945 vom „Volksgerichtshof“ wegen „Landesverrats“ zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Die letzten Wochen seiner Haft bis zur Befreiung durch die sowjetischen Truppen verbrachte Lenz im Zuchthaus Brandenburg-Görden. Nach Kriegsende gehörte Lenz zu den Gründern der CDU und war Mitglied im Parteivorstand. 1951 wurde er von Bundeskanzler Adenauer zum Staatssekretär im Bundeskanzleramt ernannt und 1953 als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Nachdem er 1953 sein Amt als Staatssekretär niedergelegt hatte, war er in Bonn als Rechtsanwalt tätig, gehörte dem Europarat an und war Vorsitzender des Außenpolitischen Arbeitskreises der CDU sowie Präsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Im Deutschen Bundestag trat Lenz als konsequenter Vertreter der europäischen Idee hervor. Er starb 1957 in Neapel.