Inge Deutschkron

1922 in Finsterwalde geboren, wuchs Inge Deutschkron seit 1927 in Berlin auf. Ihr Vater Dr. Martin Deutschkron konnte nach England auswandern. Mutter und Tochter gelang die Ausreise nicht mehr. Inge Deutschkron arbeitete von 1941 bis 1943 in der Blindenwerkstatt von Otto Weidt. Von 1943 bis 1945 lebte sie mit ihrer Mutter in verschiedenen Verstecken, um der Deportation zu entgehen. 1946 holte Dr. Deutschkron seine Frau und seine Tochter zu sich nach England. Inge Deutschkron studierte Fremdsprachen und arbeitete im Büro der Sozialistischen Internationale in London. 1954 reiste sie für ein Jahr nach Südostasien und kehrte 1955 nach Deutschland zurück. Sie arbeitete zunächst als freie Journalistin und wurde 1960 als Deutschland-Korrespondentin für die israelische Zeitung MAARIV (Tel-Aviv) in Bonn akkreditiert. 1972 zog sie nach Tel-Aviv und arbeitete bis 1987 in der Redaktion der Zeitung, die sie in Bonn vertreten hatte. Hier widmete sie sich vor allem den deutsch-israelischen Beziehungen und Themen, die mit dem Holocaust verbunden waren. Das Berliner Grips-Theater führte 1989 das Theaterstück „Ab heute heißt Du Sara“ auf, das auf Inge Deutschkrons Autobiographie „Ich trug den gelben Stern“ basiert. Bis 2001 pendelte sie zwischen Berlin und Tel-Aviv hin und her, um den vielen Anforderungen an sie von Berliner Schulen und Organisationen, über den Nationalsozialismus, wie sie ihn erlebt hatte, zu berichten, gerecht zu werden. Heute lebt Inge Deutschkron wieder in Berlin, arbeitet als Schriftstellerin und ist Vorsitzende des Fördervereins „Blindes Vertrauen“ e. V., der das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt in der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand maßgeblich unterstützt.

gehaltene Reden

Endspurt [19.07.2007]