Stellungnahme der Stiftung 20. Juli 1944

Die wiederholten Vereinnahmungen, insbesondere die jährliche Kranzniederlegung der AfD im Bendlerblock, verletzen viele Angehörige der Frauen und Männer des Widerstands zutiefst. Denn vieles von dem, wofür die AfD steht und was von ihren Vertreterinnen und Vertretern immer wieder gesagt wird, steht im Widerspruch zu den Überzeugungen, für die die Widerständlerinnen und Widerständler gegen das NS-Regime eingetreten sind – und für die viele von ihnen mit ihrem Leben bezahlt haben.

Auch in diesem Jahr haben die Äußerungen und Aktivitäten der AfD im Vorfeld des Jahrestages sowie die Kranzniederlegung im Bendlerblock im Kreis der Angehörigen große Empörung ausgelöst. Die Stiftung 20. Juli 1944 versteht diese Empörung. 

Der Bendlerblock ist ein Ort des Gedenkens an Menschen, die aus sehr unterschiedlichen politischen, religiösen und weltanschaulichen Motiven heraus Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur geleistet haben. Ihr Andenken darf nicht zur Legitimation einer Politik missbraucht werden, die Ausgrenzung, Geschichtsrelativierung und die Schwächung demokratischer Institutionen in Kauf nimmt oder befördert. Die Stiftung 20. Juli 1944 fordert alle gewählten Parteien und Institutionen dazu auf, den Ort und den Willen der Angehörigen zu respektieren. 

Die jährliche Gedenkfeier dient ausschließlich dem würdigen Erinnern an die Opfer und den Widerstand. Sie ist kein Ort für parteipolitische Inszenierungen oder politische Auseinandersetzungen.